Händler
Anfang des 20. Jahrhunderts entwickelte sich ein umfangreicher Handel mit neuen und gebrauchten Lokomotiven. So wurden Einzellieferungen von Neufahrzeugen an Privat- und Werkbahnen in aller Regel mit zwischengeschalteten Händlern abgewickelt. Diese traten gegenüber den Herstellern als Besteller auf. Einige Händler bestellten auch auf Vorrat und verkauften die Fahrzeuge aus ihren Lägern. So sind für zahlreiche Lokomotiven - gerade im Feldbahnbereich - die eigentlichen Nutzer bis heute nicht bekannt.

In den bisherigen Publikationen nicht ausreichend gewürdigt wird der Gebrauchtlokmarkt, der sich spätestens ab den 1910er Jahren stark entwickelt. Neben den altbrauchbaren Lokomotiven aus Werkbahnbeständen standen ab dieser Zeit durch größere Ausmusterungswellen bei den Länderbahnen gebrauchte, aber noch einsatzfähige Lokomotiven wie z. B. pr. T 3 und pr. T 9.1 und T 9.2 in größeren Mengen zur Verfügung. Der Begriff des Gebrauchtmaschinenhandels wurde zu diesem Zeitpunkt noch nicht verwendet; die in diesem Bereich tätigen Unternehmen traten als Eisengroßhändler, Alteisenhändler oder Schrottwerkstätten (Originalbezeichnung!) auf.

Leider sind gerade für die zahlreichen Händler kaum Überlieferungen bekannt, so dass der Umfang des Handels nicht im Ansatz ermittelt werden kann. Einem einzelnen Berliner Händler wird nachgesagt, bis zu 400 Lokomotiven angekauft zu haben!

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