MPS - Ministrvo Putej Schrobchenia
Das MPS (Ministrvo Putej Schrobchenia = Ministerium für Verkehrswesen) trat als Eigentümer der beschlagnahmten Lokomotiven auf und leitete diese an die staatlichen Eisenbahnen sowie diverse Industriebetriebe weiter.

Nach Kriegsende verblieben nunächst nur etwa 750 KDL 1 Maschinen in der UdSSR, von denen ein Gutteil auch noch Schadlokomotiven waren, die man nicht mehr rechtzeitig Richtung Westen hatte abfahren können. Dieser Bestand wurde dann aber bis Ende der 1940er Jahre durch "Trophäenlokomotiven" auf über 2100 Exemplare aufgestockt, neben Ungarn, Rumänien, Polen, der Tschechoslowakei und Österreich musste besonders die Deutsche Reichsbahn in der sowjetischen Besatzungszone mit über 500 abzugebenden Lokomotiven einen enormen Aderlaß hinnehmen.

Der überwiegende Teil dieser Maschinen wurde auf 1524 mm Breitspur umgespurt und kam im Vollbahndienst bei über 120 Depots in den westlichen Landesteilen zum Einsatz. Mit Verordnung B-60570 vom 23. August 1952 ordnete man die Umzeichnung der 52er in die Baureihe TЭ an, wobei das T für Trophäe (erbeutet) steht und das Э auf die Leistungsfähigkeit (die in etwa jener der sowjetischen Baureihe Э entspricht) hinweist. Da die Maschinen bei der Umzeichnung ihre alte Ordnungsnummer behielten, konnte man (fast) immer leicht auf die ursprüngliche Loknummer schließen, nur der Gesamtbestand an sowjetischen KDL 1 Lokomotiven erschloß sich dem Betrachter so nicht. Hinter den Loks mit Ordnungsnummern größer als 8000 verbargen sich zuerst polnische Nachkriegsbauten von Chrzanów und Cegielski, die ab 1946 überwiegend an Polen zurückgegeben und dort als Ty 42 eingesetzt wurden. Ab 1949 belegte man diese wieder frei gewordenen Fahrzeugnummern in teilweiser Zweitbesetzung durch mindestens 38 bei der Werkstätte Iwano-Frankowsk in Stanislawow neu aufgebauten KDL 1 Lokomotiven. Bekannt sind die Loks TЭ 8001-8034, 8036 sowie 9101 bis 9103, welche aus noch brauchbaren Teilen etlicher beschädigter Maschinen zusammengebaut wurden.

Ab Mitte der 1950er Jahre wurden die ersten Staatsbahnloks an Industriebetriebe abgegeben, der fortschreitende Traktionswandel machte später so viele TЭs entbehrlich, dass zwischen 1962 und 1966 insgesamt 725 Maschinen an Staats- und Werksbahnen in Bulgarien, Deutschland, Jugoslawien Rumänien, Polen und der Tschechoslowakei verkauft werden konnten.

Nachdem Anfang der 1970er Jahre der Staatsbahneinsatz zu Ende ging, wurden etwa 1000 KDL 1 Loks als strategische Reserve auf kleineren Bahnhöfen entlang der Westgrenze abgestellt. Den Umzeichnungplan gemäß Ministerialverordnung 22Ts vom 15. Mai 1984 "erlebten" noch 623 Maschinen, die in 1042.001-6 bis 1042.623-7 umgezeichnet wurden.

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