TWS - Technische Werke Stuttgart / Gaswerke Stuttgart
(Text: Christopher Wulfgramm)

Das Gaswerk Gaisburg der "Stuttgarter Gasgesellschaft" wurde bereits 1878 in Betrieb genommen, doch ein Gleisanschluss war erst 1907 möglich, nachdem die Württembergische Staatseisenbahn 1905 den Güterbahnhof Gaisburg eröffnet hatte. Den Rangierdienst im Gaswerk besorgte zunächst die Staatsbahn, seit ca. 1911 die Stadt Stuttgart (Tiefbauamt). 1931 übernahm die Stadt auch den Güterbahnhof Gaisburg mit weiteren Anschließern (u.a. dem Schlachthof), so dass ein städtisches Gleisnetz von ca. 15 km entstand.

Das Gaswerk ging 1933 mit den anderen städtischen Energieversorgern in der "Technische Werke der Stadt Stuttgart" (TWS) auf, die wiederum 1997 in den Neckarwerken Stuttgart (NWS) aufgingen. 1973 wurden die Koksöfen in Gaisburg stillgelegt und die Kohlenanlieferung endete. Auf dem Areal bestand weiterhin ein markanter Gasspeicher (2021 stillgelegt), und auch Lok 3 stand zeitweise - nicht öffentlich zugänglich - als Denkmal in dem weitläufigen Gelände. Nebenan entstand 1950 das Kohlekraftwerk Gaisburg, das bis zum 17.03.2018 über die Schiene beliefert wurde, seitdem ist der letzte Rest der Anschlußbahn stillgelegt.

Quellen:

Zeh, Harald: Die Eisenbahn im Gaswerk Stuttgart (Transpress Verkehrsgeschichte). Stuttgart: Transpress, 1999. ISBN 3-613-71108-7

Hopfenzitz, Egon: Von der Königlich Württembergischen Staatseisenbahn zur Deutschen Bundesbahn und DB AG, 1845 - 1994.
Organisation, leitendes Personal und Besonderheiten der Direktion, aller Ämter, Bahnhöfe, technischer und nichttechnischer Dienststellen und sonstiger Einrichtungen. Heidenheim: Siedentop, 1999. ISBN 3-925887-15-6

Kreuzberger, Gabriele: Fabrikbauten in Stuttgart. Ihre Entwicklung von der Mitte des 19. Jahrhunderts bis zum Ersten Weltkrieg.
(Veröffentlichungen des Archivs der Stadt Stuttgart, 59). Stuttgart: Klett-Cotta, 1993. ISBN 3-608-91629-6

Räntzsch, Andreas M.: Stuttgart und seine Eisenbahnen. Die Entwicklung des Eisenbahnwesens im Raum Stuttgart.
Heidenheim: Siedentop, 1987. ISBN 3-925887-03-2

Regierungsblatt für das Königreich Württemberg Nr. 29 vom 26.8.1907, S. 355-5

Erste Lok der Gaswerk Stuttgart
MGH 447 1904 württ. T B-n2t Gaswerke Stuttgart       Fahrzeug wurde verschrottet

Rangierlokomotiven
Neben den Dampfspeicherlokomotiven unterhielten die Gaswerke Stuttgart eine Flotte von drei württ. T 3, die zwischen 1929 und 1940 beschafft wurden.
MGH 400 1901 württ. T 3 C-n2t TWS "1"       Fahrzeug wurde verschrottet
MGH 455 1905 württ. T 3 C-n2t TWS "2" Foto(s) vorhanden   Revisionsdaten vorhanden  
MGH 595 1912 württ. T 3 C-n2t TWS "3" Foto(s) vorhanden      

2. Besetzung
Hohenzollern 4488 1925 Oberhausen C-n2t TWS "1" Foto(s) vorhanden     Verbleib ist unbekannt

Dampfspeicherlokomotiven (ohne Betriebsnummern)
Im Nahbereich von Kokereien wurden häufig Dampfspeicherlokomotiven eingesetzt - so auch in Stuttgart.
ME 4230 1930 B-fl TWS       Verbleib ist unbekannt
ME 4692 1944 C Feuerl C-fl TWS Foto(s) vorhanden      

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