WASAG - Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff AG
Gründung 1893 als Westfälisch-Anhaltische Sprengstoff-AG im anhaltischen Coswig, 1899 Sitzverlegung nach Berlin. Produziert wurden vornehmlich technische Collodiumwollen (Nitrocellulose), Industriesprengstoffe, Zündmittel, Jagdpatronen, Celluloid, Glycerin und Schwefelsäure. Fabriken in Reinsdorf, Coswig, Haltern und Sinsen.

Die zivilen Zwecken dienende Produktion wurde 1944 in die heutige WASAG-Chemie AG mit Sitz in Essen ausgegliedert. Als mittelbare Tochter der I.G. Farben erst 1953 wieder aus alliierter Kontrolle entlassen; die Werke in der Ostzone waren enteignet, es verblieb nur ein teilweise demontiertes Werk in Sythen (Westfalen), zu dem später noch das Werk Neumarkt der früheren WASAG-Beteiligung “Deutsche pyrotechnische Fabriken GmbH” kam.

Mit den Brüdern Berthold und Harald von Bohlen und Halbach als Mehrheitsaktionären wuchs langsam wieder ein mittlerer Chemie-Konzern heran, der Ende der 1990er Jahre aber in erhebliche Schwierigkeiten geriet. H&R ist seit 2001 Großaktionär und steht für Hansen & Rosenthal, chemisches Spezialitätengeschäft aus Hamburg. Der neue Firmenname lautet seither: H&R Wasag AG.

Als letztes Werk wurde der Standort Sythen 2018 geschlossen.

Jahr Ort nach 1945 Bemerkung
1891 Sinsen (Westfalen) ? 1906 Sprengstoffproduktion nach Sythen
1891 Coswig Fertilia Chemische Fabriken Coswig-Anhalt
1893 Reinsdorf (bei Wittenberg) demontiert später Hauptwerk
1896 Sythen (Westfalen) WASAG-Chemie AG 2018 geschlossen
1935 Elsnigk (bei Torgau) demontiert. Werksgelände als Militärdepot genutzt

Werk Sinsen (Westfalen)
Bereits 1906 wurde die Sprengstoffproduktion nach Sythen verlegt. Ob das Werk danach weiterbetrieben wurde und ob es hier überhaupt eigene Lokomotiven gab, ist bisher unbekannt.

Werk Coswig (Anhalt)
Hohenzollern 2895 1912 Barmen B-fl WASAG "DYNAMIT"       Verbleib ist unbekannt
Hanomag 7333 1914 L 4904 D-n2t WASAG "COSWIG" Foto(s) vorhanden     Verbleib ist unbekannt
O&K 12065 1929 B-fl WASAG       Verbleib ist unbekannt

Werk Reinsdorf (bei Wittenberg)
Das Werk Reinsdorf entwickelte sich zum Hauptwerk des WASAG-Konzerns. Da hier hauptsächlich militärischer Bedarf produziert wurde, wurde das Werk 1945 vollständig demontiert.
Krupp 1419 1934 (Reinsdorf) B-fl WASAG       Verbleib ist unbekannt
Hohenzollern 3280 1914 Leverkusen C-n2t WASAG "APOLLENSDORF"       Verbleib ist unbekannt
Hohenzollern 3331 1915 Leverkusen C-n2t WASAG "ALBIT"       Verbleib ist unbekannt
Hohenzollern 3402 1915 Wildling B-fl WASAG "WETTERDYNAMIT"       Verbleib ist unbekannt
Hohenzollern 3629 1917 Leverkusen C-n2t WASAG "GALLUN"       Verbleib ist unbekannt

Werk Sythen
Das Werk Sythen wurde erst 2018 stillgelegt.
Krupp 2823 1949 Knapsack C-n2t WASAG       Verbleib ist unbekannt
Hohenzollern 3303 1915 Gelsenkirchen C-n2t WASAG "SYTHEN"       Verbleib ist unbekannt
Hohenzollern 3471 1917 Schlägel c B-n2t WASAG "KOHLEN-WESTFALIT"       Fahrzeug wurde verschrottet
Henschel 4113 1896 Bonifacius B-n2t WASAG       Verbleib ist unbekannt
Hanomag 7332 1914 L 4904 D-n2t WASAG "WESTFALIT"       Verbleib ist unbekannt

Werk Elsnig (bei Torgau)
Das kurzlebigste Werk wurde ab 1935 auf 42 ha errichtet. Die circa 40 km innerbetrieblichen Gleisanlagen sind an die Strecke Pratau - Torgau angeschlossen. Die Inbetriebnahme erfolgte am 04.01.1936. Zwei Kraftwerke lieferten die Grundlage dafür, in diesem Werk ausschließlich Dampfspeicherlokomotiven einzusetzen.

Im Sommer 1945 erfolgte die Demontage und Sprengung. Das Gelände wurde nach dem Zweiten Weltkrieg als Munitionsdepot und -zerlegestelle genutzt. Bis heute wird hier Altmunition zwischengelagert.

Quelle:
Krupp 1593 1936 (Reinsdorf) B-fl WASAG       Verbleib ist unbekannt
Krupp 2183 1940 (Reinsdorf) B-fl WASAG       Verbleib ist unbekannt
WLF 9308 1942 B-fl WASAG       Verbleib ist unbekannt
WLF 9600 1944 H 40 C-fl WASAG "OSTMARK"       Verbleib ist unbekannt
WLF 16112 1944 H 40 C-fl WASAG       Verbleib ist unbekannt

Einsatzort unbekannt
Bei einer Maschine ist der Einsatzort bisher unbekannt.
Krupp 1462 1935 Hannibal C-n2t WASAG       Verbleib ist unbekannt
Henschel 23061 1936 Thüringen C-n2t WASAG Foto(s) vorhanden      

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