BR 64
Die Lokomotiven der Baureihe 64 waren Teil des ersten von der Deutschen Reichsbahn-Gesellschaft entworfenen Typisierungsplans. Mit ihr entstand der erste Typ der Lokomotiven der 15-Mp-Klasse.

Die straffe Vereinheitlichung im ersten Typenplan diente einer weitgehenden Übereinstimmung der BR 64 mit den Baureihen 24 und 86, die beide ebenfalls eine Achslast von 15 Mp besaßen. Außerdem waren viele Teile mit denen der Baureihen 01, 02, 43 und 44 (20 Mp Achslast) sowie 80, 81 und 87 (17,5 Mp Achslast) austauschbar. Von insgesamt 5424 verbauten Teilen waren 1451 (= 26,75 %) Normteile nach DIN oder LON und 2842 (= 52,4%) Typenteile. Insgesamt 4293 (= 79,15%) waren also vereinheitliche Teile und nur 1131 (= 20,85%) freie Konstruktionsteile.

1928 wurden die ersten Lokomotiven der BR 64 geliefert, mit 64 520 wurde die letzte Maschine von Jung abgeliefert und am 31.12.1940 von der DRG abgenommen. Praktisch alle namhaften deutschen Lokomotivhersteller, außer Schwartzkopff und Hohenzollern, erhielten Auftragslose zur Fertigung dieser Baureihe.

Während der Beschaffungszeit von 13 Jahren wurden einige Bauartänderungen eingeführt, so erfuhren insbesondere Bremsanlage, Laufachs-Drehgestelle und Luftpumpe wesentliche Verbesserungen. An Stelle der Bisselachsen erhielt das letzte Baulos mit 10 Maschinen ab Ordnungsnummer 64 511 Krauss-Helmholtz-Drehgestelle, welche die Laufeigenschaften im oberen Geschwindigkeitsbereich deutlich verbesserten.

Die früh gebauten Lokomotiven dieser Baureihe weisen folgende Merkmale auf:

Einfache, einseitig wirkende Bremsen an den Treibradsätzen
Ungebremste Laufradsätze
Vor- und Nachlaufgestelle als Bisselachsen ausgeführt
Ursprünglich vollständig genietete Wasserkästen

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