BR 86
Die Baureihe 86 war eine Einheits-Güterzugtenderlokomotive der Deutschen Reichsbahn. Sie war für den Einsatz auf den Nebenstrecken vorgesehen und wurde von fast allen für die Reichsbahn tätigen Unternehmen geliefert. Ab 1942 wurde sie in einer vereinfachten Form als Übergangskriegslokomotive (ÜK) gebaut. Dabei war der Entfall der zweiten Führerstandsseitenfenster, sowie die als Scheibenräder ausgeführten Laufräder am augenfälligsten.

Fast alle deutschen Lokomotivfabriken waren am Bau der Maschinen beteiligt. Im Zeitraum von 1928 bis 1943 wurden 775 Exemplare gebaut, Einsatzgebiete waren vor allem Mittelgebirgsstrecken, die ersten zehn Exemplare erhielten deshalb eine Riggenbach-Gegendruckbremse.

Die Bundesbahn stationierte die meisten 86er in Nürnberg für die fränkischen Nebenstrecken und den dortigen Rangierbahnhof. Auch das Bahnbetriebswerk Hof war bekanntes 86er Territorium. Mit der BR 86 wurden auch regelmäßig kurze Eilzüge gefahren. Die DB musterte ihre letzte Lok 1974 aus.

Bei der DR waren die 86er hauptsächlich im Bw Aue (mit über 50 Maschinen) für die umliegenden Erzgebirgsstrecken stationiert. Einige auf Usedom im Bw Heringsdorf stationierte Exemplare der DR erhielten sogar Windleitbleche. Ein bekannter Sonderfall war die Bespannung eines aus 7 Bghw-Wagen bestehenden Eilzuges, leichte D-Züge sollten wie ebenso Eilzüge im Mittelgebirge ebenfalls zum Dienstplan gehört haben. Das letzte (offizielle) Betriebsjahr war bei der DR 1976, doch fuhren einige Exemplare noch weit in die 1980er Jahre hinein. Seit ihrer Indienststellung 1928 stand 86 001/86 1001 fast täglich unter Dampf, wurde aber in ihren letzten Betriebsjahren oft nur als Heizlok genutzt. Ihre letzten Einsätze hatte sie ab 1982 auf der „Crottendorfer Museumsbahn“, der Stichstrecke von Schlettau nach Crottendorf. Auf dieser Strecke beendete im Mai 1988 86 501 den Dampfbetrieb, zusammen mit 86 001 wurde die Lok zum 100-jährigen Jubiläum der Strecke 1989 nochmals eine Woche im Plandienst eingesetzt. 86 001 erreichte mit einem Dienstalter von 60 Jahren die längste Einsatzdauer aller im Plandienst eingesetzten Einheitstenderloks. Seit 1999 ist 86 001 kalt abgestellt. Unnötig wurde 86 1056 noch 1989 ein Opfer des Schrottwahns der DDR, sie wurde zum "Mobilen Dampfspender" umgebaut, nachdem eine irreperable Undichtigkeit an einem Zylinder festgestellt worden war. Der noch brauchbare Zylinder wurde als Ersatzteil abgebaut, die restlichen Triebwerksteile wie Stangen und der zweite Zylinder wurden der Schrottgewinnung zugeführt.

Erhalten sind unter anderem noch die 86 001 (Chemnitz), die älteste Maschine dieser Reihe, 86 049 (VSE Schwarzenberg), 86 056 (ÖGEG), 86 346 (UEF Ettlingen), 86 333, 86 457, 86 501 (ÖGEG), 86 607 (VMD Leihgabe nach Adorf, ÜK) und 86 744 der DR. 86 056 und 86 501 (beide DR) wurden nach Österreich verkauft. Die 86 457 des DB Museums wurde 2005 beim Brand des Lokschuppens des BW Nürnberg 1 (Museumsdepot des Nürnberger Verkehrsmuseums) schwer beschädigt und danach ins Eisenbahnmuseum Heilbronn gebracht, wo sie auf ihre Aufarbeitung wartet. Insgesamt sind über zwölf Loks (ohne Denkmalloks) erhalten geblieben, neun davon in Deutschland.

In Polen ist 86 240 als Tkt3-16 erhalten. 86 348 ist in Aufbearbeitung durch die GES und stand ehemals als Denkmal im Breuningerland in Ludwigsburg/Tamm.

Quelle: wikipedia

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